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Die richtige Lösung für mobile Kunden - Teil 1 Apps



Sie haben erkannt, dass Smartphone-Nutzer einen Teil Ihrer Kundschaft ausmacht. Oder ein gewisser Prozentsatz Ihrer Website-Besucher kommt mit Tablet oder Smartphone vorbeigesurft. Dies spiegelt sich in den Statistiken von Google Analytics wider. Jetzt wollen Sie diesen potenziellen Käufern eine optimale Surf-Erfahrung bieten! Doch wie fangen Sie an und was gibt es überhaupt für Möglichkeiten?

Mittlerweile besitzen in Deutschland über 50 Millionen Menschen ein Smartphone. Knappe 18 Millionen nennen ein Tablet ihr Eigen. Viele dieser mobilen Surfer besitzen sogar beides. Sie haben erkannt, dass auch Ihre Webseite bzw. Ihr Unternehmen für diese schnell wachsende Kundengruppe interessant ist und wollen nun eine optimale Lösung bieten. Doch nicht jeder kennt die verfügbaren Lösungen und weiß, welche die richtige für den konkreten Anwendungsfall ist. Oft verfallen Unternehmen in blinden Aktionismus und achten nicht mehr auf ihre Zielgruppe. So kann es zu Lösungen kommen, die am Ende niemandem nutzen bzw. den Anforderungen nicht genügen.

Um ein solches Dilemma zu vermeiden, wird diese Blog-Reihe einzelne Lösungen vorstellen und konkrete Anwendungsszenarien herausarbeiten. Um die Übersicht zu bewahren, wird das Thema in vier Blog-Beiträge aufgeteilt mit immer nur einem Ansatz pro Artikel. Der letzte Beitrag wird das Thema zusammenfassen und Vor-und Nachteile der vorgestellten Lösungen übersichtlich darstellen.

Im ersten Blog-Beitrag dreht sich alles um das Thema App (Application / Anwendung) und bringt Ihnen die Anfänge, die App-Welt und Anwendungsszenarien näher.  

Eine App oder Mobile App ist ein Software-Programm, welches auf Smartphones und Tablets heruntergeladen und installiert werden kann. Dies kann die bekannte Facebook-App sein, WhatsApp oder eine der anderen Millionen, die in den verschiedenen App-Stores von Herstellern und Drittanbietern angeboten werden. Man unterscheidet dabei die App-Typen Native App, Hybride App und Mobile Web App.

 

Native App

Eine Native App wurde speziell für ein mobiles Betriebssystem, z.B. iOS oder Android, entwickelt und kann alle Möglichkeiten eines Smartphones (Kamera, GPS, andere Sensoren) nutzen. Native Apps sind für die verwendete Hardware optimiert und laufen folglich schneller, stabiler und sehen mehrheitlich besser und aufgeräumter aus. Die Nachteile dieser Variante sind die unterschiedlichen Programmiersprachen der einzelnen Betriebssysteme: Objective-C für iOS oder Java für Android. Das bedeutet konkret, dass eine App, die für iOS und Android veröffentlicht werden soll, in zwei Programmiersprachen entwickelt werden muss. Somit steigt die finanzielle Belastung stark an, wenn man andere mobile Betriebssysteme nicht ausschließen will.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Aktualisierung der App, die durch den Nutzer erfolgen muss und somit Aufwand erzeugt. Vielleicht ist Ihnen das bekannt: Fast täglich wollen Apps von Ihnen die Erlaubnis, sich zu aktualisieren. Des Weiteren ist es für App-Hersteller schwer, die eigene App mit Updates zu versorgen, denn jede Änderung an der App muss durch die Überprüfungsprozesse der einzelnen App-Stores. Dies kann unter Umständen längere Zeit in Anspruch nehmen und verhindert eine kontinuierliche Aktualisierung der eigenen App. Da dieser Prozess mal kürzer mal länger dauert, kann hier nicht richtig geplant werden.

Ein Nachteil ist auch die Vermarktung der App in den jeweiligen App-Stores. Mittlerweile ist die Grenze von siebzig Milliarden Downloads im Apple App Store durchbrochen worden und es werden über 1 Mio Apps angeboten. Hier von einem Nutzer gefunden zu werden bzw. Aufmerksamkeit zu erregen ist komplex und  vor allem teuer.

Diese Ausprägung ist die normale bekannte App, welche durch ein Icon auf dem Smartphone aufgerufen werden kann. Bekanntes Beispiel hierfür ist WhatsApp, ein Programm für kostenlose Textnachrichten.

Wann ist eine Native App sinnvoll?

·         Wenn …

o   die App optimal und ohne Kompromisse mit dem jeweiligen mobilen Betriebssystem arbeiten und dessen „Look and Feel“ bieten soll.

o   das Geschäftsmodell auf dieser App beruht.

o   man genügend Budget für die Software-Entwicklung bereitstellen und so das Beste herausholen kann

o   die App von strategischer Bedeutung für das Unternehmen ist und potenziell von sehr vielen Nutzern verwendet wird (großer Webshop, Soziale Netzwerke, …)

o   die App hauptsächlich Hardware-spezifische Funktionen aufweist und optimal mit dem Betriebssystem zusammenarbeiten soll (Spiele)

 

Hybrid App

Bei einer Hybrid App werden Internet-Technologien wie HTML5 mit nativen Technologien der einzelnen Smartphone-Betriebssysteme kombiniert, um eine größtmögliche Flexibilität zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass das Grundgerüst einer nativen App bestehen bleibt und auf das einzelne Betriebssystem (z.B. iOS oder Android) optimiert wird. Die Inhalte werden über das Internet nach Bedarf nachgeladen, ohne dass die Anwendung im App Store den langwierigen Freigabeprozess einer neuen App durchlaufen muss. Der komplette Inhalt kann auch für ein anderes mobiles Betriebssystem übernommen werden. Dies reduziert den Programmieraufwand durch wiederverwendbare Inhalte und somit auch die Kosten. Entscheidend ist, dass ein Großteil der Anwendungslogik und die Benutzeroberfläche webbasiert implementiert sind. Neue Inhalte können so ohne Aufwand wie erneutes Herunterladen und Installieren dem Nutzer bereitgestellt werden. Durch diese flexiblen webbasierten Komponenten ist zur Nutzung der App meist eine Internetverbindung notwendig.

Diese Art von App kann ganz normal wie eine native App vertrieben und behandelt werden: Im App-Store. Ein Beispiel ist die Hybrid App cheminfo vom BAG (Bundesamt für Gesundheit).

Wann ist eine Hybrid App sinnvoll?

·         Wenn …

o   Sie Kompromisse beim „Look and Feel“ eingehen können

o   Sie eine möglichst große Anzahl an potenziellen Nutzern erreichen möchten

o   Sie nicht das Budget haben, um native Apps für mehrere Betriebssysteme zu entwickeln

o   Sie oft Updates einspielen wollen und sich nicht von den App-Stores abhängig machen möchten

 

Mobile Web App

Die Mobile Web App läuft mittels HTML5 und Java Script vollständig in einem mobilen Internet-Browser und muss nicht heruntergeladen oder installiert werden. Sie sieht aus wie eine App, ist aber im engen Sinne keine. Nutzer öffnen eine solche App, wie sie eine normale Website öffnen würden: durch Eingabe der Internetadresse. Es ist zwingend eine Internetverbindung erforderlich, und die Geschwindigkeit der App kann stark schwanken. Des Weiteren wird diese Variante nicht als Icon auf dem Smartphone-Desktop abgelegt und ist somit nicht so „sichtbar“ wie eine Native App und eine Hybrid App.

Wann ist eine Mobile Web App sinnvoll?

·         Wenn …

o   Sie komplett unabhängig von App-Stores sein möchten

o   Sie keine Hardware-hungrigen Anwendungen programmieren möchten

o   Sie häufig Updates veröffentlichen möchten

o   Sie theoretisch alle Nutzer mobiler Endgeräte ansprechen möchten

o   Die Geschwindigkeit keine primäre Anforderung ist

o   Sie auf Know-how zur Online-Vermarktung der Mobile Web App zurückgreifen können, die zwingend zum Bekanntmachen erforderlich ist

 

Weiterführende Informationen zu einzelnen Aspekten finden Sie hier

Weiterführende Informationen zu Apps, aber auch zu anderen interessanten Themen, finden Sie auf den Seiten des E-Business-Lotsen Oberschwaben-Ulm.

Bei Fragen und Anregungen und natürlich auch bei konstruktiver Kritik können Sie uns entweder einen Kommentar hinterlassen oder eine E-Mail an arne.winterfeldt@eloum.net schreiben.

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